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Das Geistermädchen

Ein Auszug aus der Erzählung „Das Geistermädchen“ aus dem Buch „Im Licht des Sonnenboten“

Ab der Stunde, als Liviana mit ihrem Kind aus Longueval verschwunden war, hatte man nichts mehr von ihr gehört. Seitdem führte Tommaso ein freudloses und einsames Leben. Er kümmerte sich nicht mehr um seine Wälder und vernachlässigte Longueval. Auch die Menschen zogen sich nun von ihm zurück, denn er benahm sich mehr und mehr wie ein griesgrämiger Kauz. Wahrscheinlich wäre er ganz und gar verloren gewesen, wenn nicht unerwartet Hilfe von einer anderen Seite zuteil geworden wäre.

Als er eines Tages einsam und in verzweifelter Sehnsucht nach seinem Kind in seinem Garten umherlief, kam Asmaga durch das Tor. Sie war eine alte Frau mit schneeweißem Haar, das ein breitrandiger schwarzer Hut bedeckte. Bei jedem Schritt, den sie tat, musste sie schwer atmen, und ihre gebückte Gestalt verkrümmte sich. Als sie näher kam, sah Tommaso, dass sie bereits sehr alt sein musste.

Er erschrak ein wenig über ihr eher seltsames Aussehen und wie schwer es ihr fiel vorwärtszukommen. Asmaga hatte keine Angst vor ihm, schon gar nicht vor seiner Unfreundlichkeit. Denn sie hatte das, was alle Hexen an sich haben: das auch diejenigen, welche sie verabscheuen, nicht mehr von ihnen loskommen können. Fortsetzung www.nikolai-trischka-engelportal.com/shop/62.html

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