Engelportal von Rosemarie Nikolai-Trischka

Die Hierarchie der Engel aus Sicht der Bibel

Vorstellungen über das Wesen und Wirken der Engel gibt es mehr als genug. Besonders über die Schutzengel machen wir uns viele Gedanken. So ist immer wieder zu hören, die Schutzengel seien unsere verstorbenen Verwandten und lieb gewonnene Freunde. Sie würden über uns wachen, mit uns Mitgefühl empfinden, wenn es uns nicht so gut geht, und sich mit uns freuen, wenn Anlass dazu besteht. Nach den Worten der Bibel stimmt das alles nicht. Die heilige Schrift belegt an verschiedenen Stellen, dass der tote Mensch keine Kenntnis davon hat, was seinen noch lebenden Verwandten auf der Erde widerfährt. Stellvertretend sei die folgende Passage aus Pred. 9, 5.6 zitiert: „Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben; die Toten aber wissen nichts, und haben keinen Anteil mehr auf der Welt in allem, das unter der Sonne geschieht.“ Offenbart diese Botschaft einerseits die absolute Trennung und Loslösung vom Irdischen in jeder Hinsicht, enthält sie andererseits doch auch Tröstendes. Wie sollte sich beispielsweise eine Mutter im Himmel fühlen, wenn sie wüsste, dass es ihrem Kind auf der Erde schlecht ergeht? Sie würde entsetzlich leiden, wäre tief betroffen und könnte nichts dagegen tun. Das soll das Paradies sein? Ein unvorstellbarer Gedanke.

Die Engel sind nicht die Geister der Toten

Da die Engel also nicht die Geister der Verstorbenen sind, ist zu fragen: Wer sind sie dann? Mein Beitrag sucht Antworten in den Texten der Bibel und lässt auch verschiedene Bibelforscher zu Wort kommen. Wir erfahren Wissenswertes über den Himmel, die Unterschiede zwischen Mensch und Engel und die hierarchische Ordnung innerhalb der Engel.

"Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesu Christi, von welchem die ganze Familie (Luth. Übers. „Kinder“) im Himmel und auf Erden den Namen führt“ (Eph. 3,14.15).

Die himmlische Familie

Unser himmlischer Vater hat nicht nur Kinder auf der Erde, sondern auch im Himmel. Ein Teil der großen Familie befindet sich im Himmel. Woraus besteht sie? Nicht aus den Geistern unserer toten Verwandten und Freunde, sondern aus den heiligen Engeln, die bereits im Himmel erschaffen wurden, bevor Gott den Menschen auf der Erde schuf. Wir lesen an vielen Stellen von den Engeln im Himmel.

„Und ich sah und hörte eine Stimme vieler Engel um den Stuhl und um die Tiere und um die Ältesten her, und ihre Zahl war viel tausendmal tausend“ (Offb. 5, 11).

Spiritisten und Swedenborgianer glauben, dass die Geister der Verstorbenen als Engel Gottes auf die Erde kommen. „Die neue Kirche versteht unter Engeln und Teufeln bloß abgeschiedene, gute oder böse Menschenseelen.“ Wenn das so wäre, hätte es keine Engel vor der Schöpfung des Menschen am sechsten Tage geben können, sondern erst nachdem ein paar Menschen gestorben waren. Die Engel existierten aber bereits, bevor der Mensch erschaffen wurde und bevor die Grundlagen der Welt gelegt wurden. Die Vorstellung, dass Engel die Geister verstorbener Menschen sind, ist also abzuweisen. Als Quelle sei zunächst Mose 3, 24 genannt. Dort vertreibt Gott Adam und Eva aus dem Paradies. Die Cherubim (eine bestimmte Rangordnung innerhalb der Engel, dazu gleich) ließ er vor dem Garten Eden lagern. Sie erhielten den Auftrag, den Weg zum Baum des Lebens zu bewahren. Und in Hiob 38, 3-7 präzisiert Gott gegenüber Hiob den Werdegang der Schöpfung:

„Gürte deine Lenden wie ein Mann; ich will dich tragen, lehre mich. Wo warst du, da ich die Erde gründete? Sage mir, bist du so klug? Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat? Oder wer über sie eine Richtschnur gezogen hat? Worauf stehen ihre Füße versenkt? Oder wer hat ihr einen Eckstein gelegt? Da mich die Morgensterne miteinander lobten, und jauchzten alle Kinder Gottes?“

Als Gott die Erde gründete, die Morgensterne schon zusammen sangen, und alle Kinder Gottes jauchzten, so hat auch die himmlische Familie bestanden, noch bevor der Mensch

erschaffen wurde.

Cherubim

Die Cherubim bekleiden innerhalb der Engel einen hohen Rang. Sie existierten bereits lange Zeit, bevor der erste Mensch gestorben war.

Engel und Menschen

Menschen und Engel haben nicht die gleiche Natur und auch nicht den gleichen Stellenwert im göttlichen Schöpfungsplan, wie Psalm 8, 5.6 zu entnehmen ist (Elohim wird in der Septuaginta direkt als Engel übersetzt):

„Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du ihn heimsuchst? Du hast ihn ja nur weniger gering gemacht als Elohim.“

Erst nach der Auferstehung werden die Menschen den Engeln darin gleich, dass sie wie diese nicht sterben. Aber sonst bleiben Menschen und Engel immer verschiedene Wesen (Luk. 20, 36).

Was sind Engel?

Engel sind allerdings wie wir Menschen wirkliche, persönliche Wesen, die Körper und Materie besitzen. Sie sind keine gestaltlosen Scheinwesen, wie manchmal behauptet wird.

„Ich sah den Herrn sitzen auf einem hohen erhabenen Stuhl, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim standen über ihm, ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie.“ (Jes. 6, 1-2)

In einer weiteren Stelle werden die Cherubim auf ähnliche Weise beschrieben.

„Und ihr ganzer Leib, Rücken, Hände und Flügel.“ (hes.10,12)

An bestimmten Stellen ist zu lesen, dass Engel Hände und Füße haben und Speisen essen. Hieraus kann man nur den Schluss ziehen, dass Engel wirkliche Wesen sind, die Körper und Materie besitzen. Eine Andeutung hierzu findet sich in Psalm 78, 23-25):

„Und er gebot den Wolken droben, und tat auf die Türen des Himmels, und ließ das Man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen Himmelsbrot. Sie aßen Engelsbrot.“

Engelsbrot

Das Manna wird hier Getreide des Himmels und Brot der Engel genannt. Daraus ist doch nur zu schließen, dass die Engel Nahrung zu sich nehmen und materielle Wesen sind.

Auch Jesus hatte nach seiner Auferstehung einen Körper und nahm eine Speise zu sich, wie die folgende Stelle aus Luk. 24, 39-43 zeigt.

„Als Jesus trotz verschlossener Türe plötzlich unter seinen Jüngern erschien, dachten diese einen Geist oder ein Gespenst zu sehen. Um sie aber zu überzeugen, dass er wirklich Jesus war, ein persönliches Wesen und nicht ein Gespenst sagte er: ,Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat keinen Körper, wie ihr seht, dass ich habe.’ Als er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: ,Habt ihr etwas zu essen?’ Da legten sie ihm ein Stück von gebratenen Fisch und Honigseim vor. Er nahm es und aß vor ihnen.“

Da nun der auferstandene Jesus einen Körper aus Materie hat, wie ihn die Heiligen in der Auferstehung nach Phil. 3, 21 erhalten werden, wäre - selbst ohne Hinweise in der Bibel - die natürliche Folgerung, dass das Gleiche auch mit den Engeln der Fall ist.

Die Engel Gottes haben Körper

Die Engel Gottes haben Körper. Das menschliche Auge ist aber zu schwach, um diese Lichtgestalten zu sehen. Nun aber zu behaupten, die Engel hätten weder eine Gestalt noch Materie, weil man sie mit dem natürlichen Auge nicht sehen kann, ist, ganz abgesehen von der Bibel, selbst vom Stand der Wissenschaft aus unhaltbar. Luft kann man auch nicht mit dem Auge wahrnehmen, aber mit den anderen Sinnen; ist sie deshalb keine Materie?
Alle Kreaturen haben eine Form und Materie. Die Eigenschaften der Materie und die Formen, unter welchen sie erscheinen können, sind verschieden. Doch alles sind Stoffe, sogar verwandte Stoffe und doch wesentlich verschieden.

Während aber selbst die uns umgebende Materie bis heute Geheimnisse birgt, die der Mensch nur allmählich zu ergründen vermag, welche Geheimnisse bergen erst die himmlischen Dinge?

„Wie alles Fleisch einerlei Fleisch ist und doch das des Viehs, der Tiere, der Fische und der Vögel so verschieden, so gibt es auch himmlische und irdische Körper, die wesentlich verschieden sind, aber dennoch Körper und Materie sind. Und dies bezieht sich auch auf die Engel.“ (Joh. 3, 12)

Bibelforschung – zur Körperlichkeit der Engel

Obwohl die Engel in Ebr. 1, 13-14 Geister genannt werden, ist damit keineswegs gesagt, dass sie Gespenster sind, die keine Gestalt noch Materie besitzen, sondern nur, dass sie keine irdischen Körper haben, sondern geistliche, wie die Heiligen nach der Auferstehung.

"Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“ (1 Kor. 15, 44)

J. H. Kurtz sagt dazu (1. Korr. 15, 40) in Bibel und Astronomie: „... denken wir uns darum die Engel noch so geistig und himmlisch, noch so erhaben über die lästigen Gesetze unserer Körperlichkeit, sie sind immer Kreaturen und müssen als solche den Tribut der Körperlichkeit zollen, auch wenn diese noch so ätherisch und unfassbar ist für unsere Sinne“. Und weiter: „Eine Kreatur ohne Körper ist gar nicht denkbar, weil alles Geschaffene als Geschaffenes nur in Raum und Zeit leben, wirken und bestehen kann und die Körperlichkeit allein es ist, welche die Kreatur an Raum und Zeit bindet.“ Schließlich:  „Innerhalb der Kreatur ist darum der Körper die Bedingung aller Existenz, das Organ aller Tätigkeit, die Folie des Geistes; durch sie erhält die Kreatur ihre Begrenzung, ihre Bestimmtheit und ihren Haltepunkt, ohne sie würde sie haltungslos verschwimmen und zerfließen.“ (Kap. 4, S. 14)

Ähnlich äußert sich Zeller in seinem „Biblischen Wörterbuch“ in dem Beitrag „Engel“. Er sagt: „Sie sind nicht körperlos, wie wir uns ohne Körper eine Kreatur nicht leicht vorstellen können, sondern sie haben einen höheren, feineren ätherischen Körper, welcher dem himmlischen Weltsystem, dem sie angehören, gemäß ist.“ (1. Kor. 15, 40.)

Fr. v. Bader kommentiert in den Anthropologischen Schriften: „Ein Geist ohne Körper ist auch nach der heil. Schrift nur ein Schatten, und in diesem Sinn ist die Schrift durchaus materialistisch, im Gegensatz des Spiritualismus der neueren Zeit, nur dass sie eine unverwesliche Materie entgegensetzt (z.B. 1. Kor.15, 39-53).“ Das Gleiche sagt auch v. Rudloff in seiner „Lehre vom Menschen“, S. 156: „Die heil. Schrift kennt kein gestaltloses geistiges Sein oder Leben.“

Und Sulzberger verweist in seiner „Christlichen Glaubenslehre“ auf die Kirchenväter: „Die meisten Kirchenväter schreiben den Engeln einen Körper zu, der aus einer ätherischen, lichtähnlichen Materie besteht, was aus (Matth. 28,3; Luk. 2,9; Mark. 16,5; Apg. 1,10; 2, Kor. 11,14) hervorzugehen scheint.“

Die Engel sind also mit herrlichen Körpern aus wunderbarer Materie ausgestattet. Und wie die verklärten Körper der Heiligen, zu deren Dienst Gott die Engel aussendet, ihren Körpern ähnlich sein werden, so treffen auch die Worte Luthers zu: „Unsere Körper wird Gott so leicht und gelenk machen, dass wir wie Funken in die Höhe gehoben werden oder wie die Sonne am Himmel gehen werden, dass wir in einem Moment hier unten auf Erden oder droben im Himmel sein werden.“

Engel: Wie viele gibt es?

Teilt uns die Bibel einerseits viel über Wesen und Körper der Engel mit, bleiben die Angaben über die Anzahl der Engel eher unpräzise. Bei einer Gelegenheit sagt Johannes, er „hörte eine Stimme vieler Engel um den Stuhl“ (Offb. 5, 11). Jesus sagte: „Meinst du, dass ich nicht meinen Vater bitten könnte, dass er mir zuschickte mehr als zwölf Legionen Engel?“ (Matth. 26, 53) Eine Legion schwankt zwischen drei- und sechstausend Mann. Zwölf Legionen wären also ungefähr sechzigtausend Engel.

Als dem Johannes der Himmel, Gottes Thron, die Majestät und Herrlichkeit des Höchsten, und die unzählbare Schar der anbetenden Engel vor Augen geführt wurden, versuchte er die Letzteren zu zählen, indem er sagte: „Und ihre Zahl war viel tausendmal Tausend.“

Bengel übersetzt diese Stelle in seinem „Gnomon“ nach dem Urtext: „Myriaden von Myriaden, und Tausende von Tausenden.“ Er erläutert die Stelle folgendermaßen: „Eine Myriade besteht aus zehntausend, mehrere Myriaden, wenn man nur deren zwei annehmen will, aus zwanzigtausend, und tausend zweimal genommen, gibt zweitausend. Es sind aber Myriaden von Myriaden und Tausende von Tausenden, das heißt die Myriaden sind mit sich selbst multipliziert, und so auch die Tausende. Man stelle sich das so vor, um die Sache leichter zu fassen: Es ist ein Regiment Engel, das aus zehntausend Engel besteht, so wären es zehntausend gleiche Regimenter, und das dazu nicht einfach, sondern wenigstens zweifach; und so ist es auch mit den Tausenden tausendfach, das heißt wenn man tausend Engel auf einen Haufen rechnet, so sind es viele gleiche Haufen von Tausenden (in der Mehrzahl), wenigstens zweitausend Haufen.

Die Myriaden geben zweihundert Millionen, die Tausende aber zwei Millionen. Große Menge!“

Erhalten wir durch diese Berechnungen eine ungefähre Vorstellung von der Menge der Engelschar, so ist trotzdem keineswegs sicher, dass diese Schätzung ausreicht. Anstatt wenigstens zwei Myriaden - so viele müssen es sein, da die Mehrzahl gebraucht ist -, können es wesentlich mehr sein. Diese unvorstellbar große Menge an Engeln betrifft aber nur den Teil, der zu einer gewissen Zeit um den Thron Gottes versammelt war.

Wir sind somit nicht imstande, die Größe der himmlischen Familie in Zahlen auszudrücken. Bedenken wir, dass sie es sind, welche Gott als Botschafter in alle unzählbaren Welten entsendet, um seine Aufträge auszuführen, müssen wir uns mit dem Begriff unermesslich zufrieden geben. Wie viel das ist, ist wiederum leicht herauszufinden. Zählen Sie in einer hellen Nacht die Sterne am Firmament, berechnen Sie die Millionen in der Milchstraße und bedenken Sie, dass jeder dieser Sterne eine Sonne ist, mit einem ganzen Weltsystem, das um diese Sonne kreist, und dass unzweifelhaft Engelsboten zu jeder dieser Welten, gleich wie zu unserer Erde, gesandt werden. Jetzt können wir erfassen, dass ihre Zahl unermesslich ist. Myriaden von Myriaden, und Tausende von Tausenden.

Rückzug der Engel

Als die ersten Menschen wegen ihres Ungehorsams das Paradies verlassen mussten und auf die Erde kamen, kam mit ihnen der Tod. Gott sprach nicht mehr persönlich mit den Menschen, und es blieben nur wenige schöne Fleckchen, um an die einstige Pracht im Garten Eden zu erinnern. Auch die Engel sind nur noch selten von Sterblichen gesehen worden. Alle Gegenstände sind entstellt und verunstaltet worden und tragen Spuren der Vergänglichkeit. Wir können uns daher nur einen geringen Begriff von der wunderbaren und erhabenen Herrlichkeit himmlischer Dinge machen. Wohl teilten sich manchmal die Wolken, und einige bevorzugte Menschen durften wenige Strahlen dieser himmlischen Herrlichkeit schauen, doch diese wurden aber dadurch so überwältigt, dass sie um ihr Leben fürchteten.

Als Jesaias den Thron Gottes sah und das Dreimalheilig der himmlischen Heerscharen hörte, rief er aus: „Weh mir, ich vergehe!“ (Jes. 6, 1-5)
Als Moses vierzig Tage mit dem Herrn und seinen Engeln auf dem Berg Sinai verkehrte, glänzte sein Angesicht so von der Herrlichkeit Gottes, die sich darauf spiegelte, dass die Kinder Israels sich fürchteten, sich ihm zu nähern (2.Mose 34, 29.30).

Engelerscheinungen

Wie glänzend und herrlich müssen daher die Engel sein, die stets in der Gegenwart des Allmächtigen weilen, dessen Kleid Licht ist! Ein Teil dieses himmlischen Lichtes umgibt die Engel, wenn sie unsere Welt besuchen. So lesen wir von den Hirten bei der Geburt Christi: „Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.“ (Luk.2, 9.) Ebenso von dem Engel, der den Stein vom Grab Christi wälzte: „Und seine Gestalt war wie der Blitz, und sein Kleid weißer als der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden, als wären sie tot.“ (Matth. 28, 3-4.) Der Engel, der Johannes auf der Insel Patmos erschien, war so herrlich, dass der Apostel völlig überwältigt niederfiel, ihn anzubeten (Offb. 22,8.).

Stärke

Die ungeheuere Stärke der Engel deutete bereits die eben zitierte Stelle am Grab Christi an. Hier eine weitere Passage:

„Als der Engel des Herrn sich dem Grab Jesu nahte, geschah ein großes Erdbeben, mit Leichtigkeit wälzte der Engel den großen Stein vom Grab und die aufgestellten Wachen fielen wie tot nieder.“

Die konkreteste Aussage zur überragenden Stärke und Kraft der Engel findet sich in 2. Kön. 19. Der mächtige Assyrerkönig Ganherib zog mit einem großen Heer gegen den frommen Hiskia, um Jerusalem zu erobern. Nichts hatte dem gewaltigen Heer der Assyrer widerstehen können, und die Hand voll Juden schien eine leichte Beute zu sein für die große Kriegsmacht, die sich auf mehrere Hunderttausend belief. Hiskia widerstand im Vertrauen auf den Gott Israels. Ganherib verhöhnte seinen Glauben und prahlte, dass Israels Gott Jerusalem nicht aus seinen Händen befreien könnte. Der Herr beschloss daher, seine Macht an dem lästernden König zu offenbaren.

„Und in derselben Nacht fuhr aus der Engel des Herrn, und schlug im Lager von Assyrien hundertundfünfundachtzigtausend Mann“ (Vers 35).

Wohl gemerkt: Gott schickte einen einzigen Engel.

Auch dem Sündenpfuhl Babylon wurde der Untergang prophezeit, wiederum durch einen einzigen Engel:

„Und ein starker Engel hob einen großen Stein auf als einen Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: ,Also wird mit einem großen Stein verworfen die große Stadt Babylon, und nicht mehr erfunden werden.’“ (Offb. 18, 21)

Schnelligkeit und Bewegung

Ebenso wunderbar wie ihre Stärke ist auch die Schnelligkeit ihrer Bewegungen. Indem Hesekiel die Cherubim oder die Lebewesen beschreibt, die den Thron Gottes tragen, sagt er: „Sie aber liefen hin und her wie der Blitz.“ (Hes. 1, 14)

Während Daniel noch betete, traf bereits der beim Anfang seines Gebets vom Himmel entsandte Engel bei ihm ein (Dan. 9, 21-23). Wer kann diese Schnelligkeit erfassen? Ja die Engel sind schnell wie der Wind und wie der leuchtende Blitz! (Ebr. 1, 7.)

Sie trotzen auch den Elementen. Als der wütende König den glühenden Ofen siebenmal heißer machen ließ, betrat der Engel des Herrn ohne Scheu den Ofen und schützte drei Gottesmänner, „dass das Feuer keine Macht am Körper dieser Männer hatte und ihr Haar nicht versengt und ihre Mäntel nicht versehret waren; ja, man konnte keinen Brand an ihnen riechen.“ (Dan. 3, 27.) Aber auch die hungrigen Löwen schraken vor Daniel in der Löwengrube zurück, denn der Herr hatte „seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, dass sie mir kein Leid getan haben“. (Dan. 6, 23)

Für den Engel Gottes stellte es auch kein Problem dar, Petrus aus dem Gefängnis zu befreien, obwohl er zwischen zwei Kriegsknechten schlief, an zwei Ketten gefesselt war und die Türen des Gefängnisses sorgfältig bewacht waren. Ketten und Bänder fielen vor den Engel, die Kriegsknechte wurden von dem Licht des Engels betäubt, die schweren Riegel wurden zurückgeschoben und das schwere eiserne Tor ging von selbst auf (Apg.12).

Solche starken Helden lagern sich zum Schutze um Gottes Volk! Möge sich jeder ihrer Obhut anvertrauen!

Vollkommener Charakter

Trotz aller Vorzüge, die hier genannt wurden, ist doch das Herrlichste an ihnen ihr vollkommener Charakter: „Nur wer reines Herzens ist, kann Gott schauen.“ (Matth. 5, 8) „Nun sehen aber die Engel allezeit das Angesicht Gottes.“ (Matth. 18, 10)

Folglich sind sie auch allezeit reinen Herzens, „heilige“ und „auserwählte Engel“, würdig Gottes Lob und Preis immerdar zu singen, wie es nur „Engelszungen“ vermögen, wie auch Paulus, da er ins Paradies entrücket ward, „unaussprechliche Worte hörte, die kein Mensch sagen kann“. (2. Kor. 12, 4)
Solchen heiligen Engeln sind wir ein Schauspiel!

Hierarchie

Die vollkommenste Ordnung und Harmonie sieht man in allem, was Gott geschaffen hat. Gott ist ein Gott der Ordnung. Und Ordnung ist das erste Gesetz des Himmels. Sie erhält die Welt.

Durch Jesus Christus ist alles geschaffen, „das im Himmel und auf Erden ist, dass Sichtbare und das Unsichtbare“ (Kol. 1, 16). Folglich sind auch die Engel die Geschöpfe seiner Hand. Auf sie bezieht sich die nachfolgende Stelle: „Es seien Thronen oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Obrigkeiten“. Damit berichtet die Bibel von einer Hierarchie unter den himmlischen Heerscharen, wie auch aus (Eph. 1, 21) hervorgeht.

Den ersten Platz unter den Engeln nimmt derjenige ein, der sie geschaffen hat, wie der Vater von dem Erstgeborenen sagt: „Es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“ (Ebr. 1, 6.) Er ist der Fürst über das Heer des Herrn, der Josua bei Jericho erschien. (Jos. 5, 13-15)

„Der Name, den sich der Sohn Gottes beilegte, ist wunderbar. Er nannte sich selbst den Fürsten oder den General über das Heer des Herrn.“ (Einleitung in die biblischen Geschichten“ S. 210)

Welches Heer er anführt, erfahren wir in einem Vergleich von Offb. 19, 11-16 mit Matth. 24, 30-31. Die Heere im Himmel, welche ihm folgten auf weißen Pferden, angetan mit reiner weißer Leinwand, sind die Heere, die schon Jakob begegneten. „Jakob aber zog seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes. Und da er sie sah, sprach er. ,Es sind Gottes Heere.’“ (1. Mose 32, 1-2) Jakob nannte deshalb diese Stätte Mahanaim oder das doppelte Heerlager.

Die Engel und der Erlösungsplan

Die Engel haben an der Entwicklung des Erlösungsplanes den größten Anteil. Sie verfolgen die Entfaltung des göttlichen Geheimnisses mit dem größten Interesse, wie aus 1. Petri 1, 10-12 klar hervorgeht. Nicht nur die Propheten, vom Geist Christus erleuchtet, suchten und forschten nach der Seligkeit und weissagten von der zukünftigen Gnade, sondern es erfreut auch die Engel, diese zu sehen. Die Engel Gottes jauchzten und lobten den Herrn, als er der Erde Grund legte und sie so herrlich als Wohnort des Menschen zubereitete. (Hiob 38, 4-7)

Tiefe Wehmut erfüllte aber alle, als sie von dem Fall des ersten Menschenpaares erfuhren.

Der Erzengel Gabriel kam aber zu Daniel und offenbarte ihm die Zeit, da der verheißene Messias kommen sollte, um die Schuld zu sühnen und die ewige Gerechtigkeit zu bringen. (Dan. 9, 21-27.) Gabriel kam auch zu Zacharias, um die Geburt Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesus Christus’ anzuzeigen. Er verkündigte der Jungfrau Maria ihre wunderbare Empfängnis vom Heiligen Geist (Luk. 1) und kam zu den Hirten nach Bethlehem und verkündigte ihnen die große Freude, dass heute der Heiland geboren ist.

Die Menge der himmlischen Heerscharen lobte daraufhin Gott und sprach: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ (Luk. 2)

Und der Heiland konnte zu Nathanael sagen: „Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen, und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren auf des Menschen Sohn.“ (Joh. 1, 51)

Ja, als selbst seine drei Vertrautesten Jünger Jesus im Garten Gethsemane allein mit dem Tod ringen ließen, „erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn“. (Luk. 22, 43)

Die Engel sahen aber nicht nur die Zeit seiner schwersten Anfechtung, sondern sie waren es auch, die den großen Stein vom Grab wälzten, seine Auferstehung schauten und seinen Nachfolgern die herrliche Kunde offenbarten: „Zween Engel in weißen Kleidern saßen da, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte, der eine zu seinem Haupt, der andere zu seinen Füßen. (Joh. 20, 12)

Zwei Engel in weißen Kleidern waren es, die den Jüngern, als sie dem aufgefahrenen Jesus noch traurig nachblickten, die selige Hoffnung seiner Wiederkunft verkündigten: „Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.“ (Apg. 1, 10-11)

Als Johannes auf der Insel Patmos in der Verbannung war, deutete und sandte ihm Gott die Offenbarung Jesus Christus durch seinen Engel, um seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll. (Offb. 1, 1.) Und an deren Schluss sagt der Engel zu Johannes: „Ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder, der Propheten, und derer, die da halten die Worte dieses Buchs.“ (Offb. 22, 9.)

Da die Offenbarung bis auf die allerletzte Zeit herabreicht, so erklärt sich der Engel mit diesen Worten nicht nur als ein Mitknecht Johannes und der Propheten, sondern auch aller, die bis auf die allerletzte Zeit an den Worten dieses Buches festhalten. Durch die ganze Offenbarung hindurch wirken Engel an dem Erlösungsplan mit.

Aufgaben der Engel

Sie halten die vier Winde der Erde, bis die Knechte Gottes versiegelt sind an ihren Stirnen. (Offb.7) Sie blasen die sieben Posaunen und sie beteiligen sich, wie Bengel zu Offenb. 14, 6 bemerkt, im Verborgenen an den drei letzten Warnungsbotschaften in Offb. 14, um die Erde auf die Vollendung des Geheimnisses Gottes vorzubereiten.

Und wenn endlich die Ernte der Erde dürre worden ist, kommen sie als die Schnitter, um die herrlichen Garben in die himmlische Scheune zu sammeln. (Matth. 13, 39)

Sie geleiten die Auserwählten zu den Toren des himmlischen Jerusalems und machen sie weit auf, damit der König der Ehren mit seiner erlösten Schar aus allen Völkern und Sprachen vor dem Thron Gottes und vor dem Lamm steht, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen und mit großer Stimme rufen: „Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott und dem Lamm!“ Da fallen auch alle Engel vor dem Stuhl auf ihr Angesicht, beten Gott an und sprechen: „Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Offenb.7, 9-12)

So ist ihr Werk aufs innigste mit dem herrlichen Erlösungsplan von Anfang bis zum Schluss verwoben. Sie haben ihre Freude daran, beteiligen sich mit allen ihren Kräften und loben Gott für alle Ewigkeit.

Jedes Kind Gottes hat einen Schutzengel

Die Bibel sagt, dass der Herr jedem Heiligen einen Engel schickt, ihn zu behüten. In Ps. 91, 11 lesen wir: „Denn Gott hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“

In unseren Kämpfen mit den Mächten der Finsternis können uns die Engel des Lichts, die Hilfe leisten, die uns so wichtig ist. Sie können uns Licht bringen und Mut und Kraft einflößen, und sie stehen immer bereit, uns vor Gefahren zu schützen, ob sie unsichtbar oder sichtbar sind.

Der böse Feind ist sich dieser Sache wohl bewusst und sagte darum einst zu Gott: „meinst du, dass Hiob umsonst Gott fürchtet? Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, rings umher bewahrt.“ (Hiob 1, 9.10)

Wie aber Gott seine Diener rings umher bewahrt, entnehmen wir Ps.34, 8: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten und hilft ihnen aus.“

Der Engel des Herrn wachte beständig über Hiob und alles, was er hatte, sodass der Teufel ihn nicht antasten konnte.

Was sich von Hiob in dieser Hinsicht sagen läst, ist von jedem Gotteskind so. Wie auch Christus sagt: „Sehet zu, dass ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel“ (Matth. 18, 10)

Die Worte „ihre Engel“ zeigen uns, dass es Engel gibt, die so nah bei jedem Kind Gottes sind, dass sie ihre Engel genannt werden.

Als die Magd Rhode behauptete, dass sie Petrus vor dem Tor gesehen hätte, sagten die Brüder: „Es ist sein Engel.“ (Apg. 12, 15) Sie meinten damit nicht, es ist der Geist des Petrus; denn sie wussten, dass er selbst noch lebte. Sie meinten das, was Jesus sagt und was sie selber sagten; nämlich, dass es sein Engel war, derjenige, der zu seinem Dienst ausgesandt war.

Es wird behauptet, dass ein Engel immer das Heer Israels begleitete: „Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und machte sich hinter sie.“ (Mose 14, 19)

Salomo der Weise sagt: „Verhänge deinem Mund nicht, dass er dein Fleisch verführe, und sprich vor dem Engel nicht: Ich bin unschuldig.“(Pred. 5, 5). Das zeigt, dass ein Engel immer gegenwärtig ist zu hören, was wir sagen. In Übereinstimmung hiermit sagt der Apostel: „Denn wir sind ein Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen.“ (1. Kor. 4, 9)

Da wir die Engel mit unseren menschlichen Augen nicht sehen können, vergessen wir allzu leicht, dass sie ohne Unterlass um uns sind, uns sehen und unsere Worte und unser Benehmen wahrnehmen. Eine schöne Veranschaulichung davon findet sich in 2.Kön. 6).

Als Hagar allein in der Wüste umherwanderte, redete sie ein Engel an. Dann wurde sie sich zum ersten Mal bewusst, dass sie nicht allein war. „Und sie hieß den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du Gott siehest mich.“ (1. Mose 16, 13) Mit diesen Worten erkannte sie, dass die Engel immer um uns sind, unsere Gedanken und Handlungen sehen, obwohl wir sie nicht sehen können.

Als Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte, rief ihm ein Engel, den er vorher nicht gesehen hatte, zu, dass er seine Hand nicht an den Knaben legen sollte. Augenscheinlich war der Engel immer da, obwohl Abraham ihn nicht sehen konnte.

Alle diese Beispiele begründen die Tatsache, dass die Engel immer in unmittelbarer Nähe der Menschen sind. Was für ein Trost ist es dem Gotteskind, wenn es traurig, verachtet und verfolgt ist, zu wissen, dass diese himmlischen Botschafter seine Gefährten sind, es in allen seinen Versuchungen bemitleiden, es vor der Macht des Teufels beschützen und es in seinem Glauben stärken.

Was für einen großen Anteil aber die Engel Gottes an dem Seelenheil der Menschen nehmen, entnehmen wir aus den Worten unseres Herrn: „Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Luk.15, 10) Nicht nur der Heiland freut sich, wenn er eines der verlorenen Schafe wieder zurückführen kann zu seiner Herde, sondern auch die Engel Gottes mit ihm. Gerade deshalb, weil sie sich mit ihm an ihrer Errettung beteiligen. Sie kennen den Wert einer Seele und der Seligkeit. Sie begreifen auch das traurige Schicksal der Gottlosen. Deshalb bestreben sie ernst und anhaltend, die Menschen aus der Gewalt des Satans zu erretten. Und wenn es ihnen gelingt, eine solche Seele zu gewinnen, dann freuen sich alle Engel. Was für ein Mitgefühl offenbart sich darin für jede ringende Seele! Darum, meine Seele, fasse Mut im Herrn! Der Herr hat auch Himmelsfürsten zu deinem Dienst bestimmt, und es ist ihr innigster Wunsch, dir zum ewigen Leben zu verhelfen. Offenbarer könnte er dir seine Liebe nicht bezeugen und mehr könnte er nicht mehr für dich tun, als er bereits getan hat.

Bedeutung des Wortes Engel

Die allgemeine Bedeutung des Wortes „Engel“ ist in den Grundsprachen „Bote, Gesandter“.

So wie in Hiob 1, 14 ein Bote mit der Trauerbotschaft zu Hiob kommt oder in Sam. 11, 4 Boten durch Israel gesandt werden, wird im Grundtext das Wort Engel gebraucht. Das geht auch aus Hag. 1, 13 deutlich hervor, wo Haggai der Engel des Herrn genannt wird, weil er die Botschaft vom Herrn an das Volk vermittelte.

Es ist die Aufgabe der Engel, als Boten Gottes seine Befehle auszurichten. Wie auch schon David im Ps.103, 19-21 sagt: „Der Herr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrscht über alles. Lobt den Herrn, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Worts! Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, seine Diener die ihr seinen Willen tut.

Abertausende von Engeln stehen um den Thron Gottes und warten auf seinen Wink. Sie wachen über sein Volk und sorgen für ihre Bedürfnisse, wie wir aus (Ebr. 1, 13-14) ersehen: „Zu welchen Engeln aber hat er jemals gesagt: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit.“

Diese wunderbare Wahrheit ist sehr schön veranschaulicht in dem Traum Jakobs. Wegen Esau musste er das väterliche Haus verlassen und einsam dahin ziehen. Als die Nacht hereinbrach, legte er einen Stein unter seinen Kopf und schlief. „Und ihm träumte; und siehe eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen dran auf und nieder; und der Herr stand oben drauf.“ (1. Mose 28, 10-22) Damit wollte Gott ihm offenbaren, dass er mit ihm war und ihn behüten würde, wo er auch hinginge, er würde ihn wieder sicher zurückbringen in das Haus seines Vaters.

Diese Tatsache ist heute genauso wahr, wie in den Tagen Jakobs. Gott ist mit allen die ihn suchen und seine Engel steigen auf und nieder, ihnen zu dienen.

Der Psalmist drückt das so aus: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus.“ Ein Beispiel dieser Art finden wir in (Apg. 12.) Herodes hatte bereits den Jakobus, des Johannes Bruder, durch das Schwert töten lassen. Da es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. „Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.“ Engel trugen diese Gebete zum Thron Gottes empor. Da entsandte der Herr in Erhörung ihrer Bitten einen seiner Engel und befreite Petrus und geleitete ihn sicher dahin, wo die Gläubigen versammelt waren. Als sie Petrus sahen, entsetzten sie sich. Alle Christen sollten so einem Gott ihr vollstes Vertrauen schenken und unter der Obhut seiner Engel sich sicher fühlen.

Engel – die Helfer der Menschen

Auf ähnliche Weise wirken die Engel mit den Kindern Gottes in ihren Bemühungen, Seelen zum Herrn zu bekehren. Beten wir für ein Kind, einen Gefährten oder Freund, so schickt Gott einen Engel, sein Herz zu bewegen und seinen Sinn zu beeinflussen. Wo eine Seele nach Licht verlangt, da sind diese himmlischen Boten sofort zu Dienstleistungen bereit.

Viele Beispiele lassen sich in der Bibel finden, wie Gott seine Engel gesandt hat, um seinen Kindern zu helfen. Schickte nicht Abraham seinen Diener mit einem wichtigen Auftrag? Er sagte zu ihm: „Der Herr wird seinen Engel vor dir her senden.“ (1. Mose 24, 7).Segnete nicht Jakob seine Kinder bei seinem Tod? Er sagte: „Der Engel, der mich erlöset hat von allen Übel, der segne die Knaben.“ (1. Mose 48, 16) Führte nicht der Herr die Israeliten in das „werte Land?“. Er sprach zu ihnen: „Siehe ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege, und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.“(2. Mose 23, 20) War nicht Elias in der Wüste am Umkommen? „Und siehe, ein Engel rührte ihn, und sprach zu ihm: Stehe auf und iss!“ Und er sah sich um und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstet Brot und eine Kanne mit Wasser.“ (1. Kön. 19, 5. 6). Wurde nicht Daniel aus der Löwengrube gerettet? Er sagte: „Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, dass sie mir kein Leid getan haben.“ (Dan. 6, 23.) Sollte das Evangelium den Heiden verkündigt werden? Ein Engel wurde zu dem Cornelius gesandt. (Apg. 10) War Paulus nicht in Gefahr des Lebens? Ein Engel stand an seiner Seite, seine Sicherheit zu vergewissern. (Apg. 27, 23).

Was sollen wir weiter sagen? Es würde uns an Zeit fehlen, wenn wir auch nur ein Zehntel der Vorfälle aufzählen wollten, wo deutlich erwähnt wird, dass Engel Gottes eine wichtige Rolle in den Angelegenheiten der Menschen gespielt haben. War das aber so zu der Zeit, als die Bibel geschrieben wurde, ist es auch heute noch so? Wenn nicht, warum nicht?

Quellen und Nachweise der Zitate:
Heilige Schrift und „Der Dienst der Engel“ von L. K. Conradi

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